Stellen Sie sich vor, Sie sitzen beim Arzt, es geht um eine Operation an der Hand – und am Ende unterschreiben Sie. Diese Unterschrift ist juristisch weitreichend: Ohne eine korrekte Aufklärung gilt jede Operation rechtlich als Körperverletzung. Grundlage jeder rechtmäßigen Behandlung ist deshalb die informierte Einwilligung (informed consent) – Sie stimmen einem Eingriff erst dann zu, wenn Sie vorher alles Wesentliche wirklich verstanden haben. Was dazugehört und woran Sie ein gutes, rechtssicheres Aufklärungsgespräch erkennen, zeige ich Ihnen hier.
Damit Ihre informierte Einwilligung wirksam ist, muss die Aufklärung mehrere Bereiche abdecken:
Hinzu kommt die Sicherungsaufklärung: Sie betrifft Ihr Verhalten nach der Operation – Schiene tragen, Belastung vermeiden, die Nachbehandlung einhalten. Auch das beeinflusst den Erfolg maßgeblich.
Ein rechtssicheres Aufklärungsgespräch ist dann wirksam, wenn es rechtzeitig erfolgt – bei planbaren Operationen in der Regel mindestens 24 Stunden vorher, damit Sie genügend Zeit zum Nachdenken haben. Es gilt außerdem das sogenannte Distanzgebot: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt darf Sie nicht drängen oder überreden. Die Aufklärung muss verständlich sein – reine Fachbegriffe genügen nicht, Sie müssen es auch als Laie wirklich verstehen – und sie muss vollständig sein; Risiken dürfen nicht verharmlost werden. Schließlich wird das Gespräch dokumentiert und von beiden Seiten unterschrieben. Diese Anforderungen sind in Deutschland gesetzlich geregelt (§ 630e BGB).
In den Aufklärungsbögen begegnen Ihnen oft Begriffe wie Anamnese (Ihre Krankengeschichte), Prognose (der zu erwartende Verlauf) oder postoperative Einschränkungen (das, was Sie nach der OP vorübergehend nicht tun können).
Wichtig zu wissen: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit und ohne Angabe von Gründen widerrufen – bis zum Beginn der Operation. Mein Rat: Stellen Sie Fragen. Und wenn Alternativen wie die Nadelfasziotomie nicht von selbst zur Sprache kommen, sprechen Sie sie aktiv an.
Denn eine gute Aufklärung ist nicht nur eine Pflicht des Arztes – sie ist die Grundlage dafür, dass Sie die richtige Therapie für sich wählen und am Ende gut zu Ihrer Entscheidung stehen können. Wie dieses Vertrauen zwischen Patient und Arzt entsteht und was ein sorgfältiges Verfahren kennzeichnet, lesen Sie in Aufklärung und Einwilligung.
Ist eine Operation ohne Aufklärung rechtswidrig? Ohne wirksame informierte Einwilligung gilt ein Eingriff rechtlich als Körperverletzung. Genau deshalb ist die Aufklärung Pflicht – sie macht Ihre Zustimmung erst gültig.
Wie lange vor der OP muss aufgeklärt werden? Bei planbaren Eingriffen in der Regel mindestens 24 Stunden vorher, damit Sie in Ruhe nachdenken können.
Kann ich meine Einwilligung zurücknehmen? Ja. Sie können sie jederzeit und ohne Angabe von Gründen widerrufen – bis zum Beginn der Operation.
Aufklärung vor der Hand-OP: Das müssen Sie unbedingt wissen! (Dupuytren & mehr) @duplife
Gut leben mit Dupuytren 3. Mai 2026 14:00